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Chirurgie

Bei Rissen oder Anrissen des vorderen Kreuzbandes handelt es sich eine der häufigsten Erkrankungen der Hintergliedmaße beim Hund. Ein Kreuzbandanriss kann sich über Monate oder teilweise sogar über Jahre hinziehen. Hierbei ist die Lahmheit der Patienten mal besser mal schlechter oder sie sind anfänglich nach einer Schmerzmittelgabe auch wieder lahmheitsfrei. Aus diesem Grund ist es manchmal schwer verständlich, warum ein Handlungsbedarf besteht. Jedoch je länger der Reizzustand durch das angerissene Kreuzband im Kniegelenk anhält, desto stärker ist auch die Arthroseentwicklung. Je früher ein Kreuzbandanriss diagnostiziert und behandelt wird, umso geringer ist die Arthroseentwicklung und damit die Folgeschäden für das betroffene Kniegelenk. Unter anderem aus dem Arthrosegrad ergibt sich aber auch die Prognose für das betroffene Gelenk.

Bei einem vollständigen Riss des vorderen Kreuzbandes kann häufig relativ einfach auf Grund der Untersuchung des Patienten durch den Tierarzt die Diagnose gestellt werden. Auch ohne Narkose oder Röntgenbild kann die Instabilität durch Ertasten festgestellt werden. Schwieriger stellt sich die Diagnosestellung bei Patienten mit einem Teilriss des vorderen Kreuzbandes dar. Hier muss durch das Sammeln von Befunden der Verdacht erhärtet werden. Die eindeutige Diagnose kann hier jedoch häufig erst durch einen Blick in das Gelenk im Rahmen einer Operation gestellt werden.
Vergesellschaftet mit einem Kreuzbandriss ist auf Grund der entstandenen Instabilität sehr häufig ein Meniskusschaden. Aus diesem Grund kommt der Meniskusdiagnostik ebenfalls eine entscheidende Rolle zu. Besteht ein Mensikusschaden, so ist es meistens zwingend notwendig dieses Problem ebenfalls chirurgisch zu versorgen.

Ist die Kontrolle des Gelenks mit Untersuchung des Meniskus erfolgt, muss nun noch das Gelenk wieder stabilisiert werden. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Techniken. Da es individuelle Unterschiede gibt, kann es sein, dass die eine Technik zu einem Patienten besser als eine andere passt. Hierzu werden Sie individuell von uns beraten. Die in unserem Hause bevorzugt und routinemäßig durchgeführten Techniken sind die Tibia Plateau Leveling Osteotomie (TPLO), die Tuberositas Tibia Advancement (TTA) und die TightRope Technik.

Die verschiedenen Techniken beruhen auf unterschiedlichen Mechanismen. Jede der Techniken hat Vor- und Nachteile, so dass verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Gewicht, Alter, Agilität, mögliche Begleiterkrankungen und individuelle Ausprägung der Knochen eine Beratung und Empfehlung für eine der Techniken ergeben.

Bei der TPLO und der TTA handelt es sich je um sogenannte Umstellungsosteotomien. Ziel der Techniken ist es die Krafteinwirkungen auf das Gelenk so zu verändern, dass eine stabile Situation entsteht. Das bedeutet, dass der Unterschenkel durch spezielle Sägeschnittte in seiner Stellung so verändert wird, dass das vordere Kreuzband nicht mehr notwendig ist. Der Knochen wird bis zur Heilung je nach Technik über verschiedene Implantate gehalten.

Die TightRope CCL wurde 2005 als minimal-invasives Verfahren zur extrakapsulären Stabilisierung des CCL entwickelt. Bei diesem Verfahren wird ein synthetisches, bandartiges, biokompatibles Material über eine kleine Inzision durch kleine Bohrlöcher im Oberschenkelknochen und im Schienbein gezogen, um während der Heilung die Knochen zu stabilisieren. Das für dieTightRope CCL verwendete, biokompatible Material wird FiberTape®genannt.

Es handelt sich um kevlarartiges Material, das bei vielen orthopädischen Anwendungen häufig auch bei Operationen beim Menscheneingesetzt wird. Die Eigenschaften des Materials bewirken, dass das Material stärker und weniger rissanfällig ist als jedes andere Nahtmaterial, das derzeit für die CCL-Rekonstruktion eingesetzt wird.

Alle drei Techniken und weitere Varianten können wir Ihnen in unserer Klinik anbieten. Gerne untersuchen wir Ihren Schützling und beraten Sie bei der Diagnose Kreuzbandriss welche Technik für Ihr Tier die optimale Variante ist.